Zum Inhalt springen

Arbeiten von unterwegs

Tim Schlüter: Mit einem One-Way-Ticket um die Welt

Inhaltsverzeichnis

Tim, du studierst Journalismus und PR und arbeitest nebenbei an einem Campus-Magazin zum Leitthema „Heimat“. Worum wird es darin gehen und was ist euer Ziel?

Genau, unser Magazin hat das Oberthema Heimat. Unsere Themen sind sehr vielfältig, weil wir als Studierende frei wählen durften, worüber wir schreiben möchten. Einige haben sich zum Beispiel mit Heimatverlust beschäftigt, andere mit heimischem Essen. Das Ziel des Magazins ist hauptsächlich, dass wir Studierenden journalistische Erfahrungen sammeln. Aber wir wollen natürlich auch interessante Themen aufbereiten, um damit potenzielle Leserinnen und Leser zu begeistern.

Du arbeitest selbst digital und hast schon Berufserfahrung in der Tech-Branche sammeln können. Was genau hast du gemacht?

Ich habe eine Berufsausbildung zum IT-Systemkaufmann in einem Tech-Unternehmen gemacht, das Software für E-Commerce entwickelt. Dort habe ich hauptsächlich Kund*innen bei technischen Problemen mit ihren Onlineshops geholfen. Während meines Studiums arbeite ich dort weiterhin als Werkstudent.

Welcher beruflichen Richtung möchtest du dich nach dem Studium widmen?

Eine schwierige Frage! Ich denke, mich wird es nach dem Studium wieder in die Tech-Branche ziehen. Was ich genau machen möchte, halte ich mir noch offen. Es gibt zum Beispiel viele Bereiche im Online Marketing, die mich interessieren. Ich finde visuelle Tätigkeiten wie UX Design sehr spannend.

Du hast von 2019 bis 2020 eine Weltreise gemacht. Wie kamst du auf diese Idee?

Ich habe in der 10. Klasse mal einen Schüleraustausch in Australien gemacht. Das hat wohl das Reisefieber und die Abenteuerlust bei mir entfacht. Seitdem stand eine Weltreise immer auf meiner Bucketlist. Nach meiner Ausbildung wollte ich unbedingt los, bevor ich mich in den Berufsalltag oder in ein Studium stürze. Als meine Freundin dann auch noch ein Semester ihres Studiums aussetzen konnte, hat es sich dann angeboten und wir sind mit einem One-Way-Ticket losgeflogen, unter anderem nach Dubai.

Was kannst du über deine Zeit in Dubai erzählen?

Zuerst fällt mir die unglaubliche Hitze ein. Wir waren dort im Sommer und konnten uns so gut wie nie draußen aufhalten. Die Temperaturen lagen meistens so zwischen 40-45 Grad. Im Winter ist es dort aber bestimmt angenehmer. Ansonsten ist Dubai sehr surreal. Bei den riesigen und modernen Gebäuden und dem ganzen Luxus habe ich mich teilweise wie auf einem anderen Planeten gefühlt. Die Dimensionen sind jedenfalls nicht mit Europa zu vergleichen. Auch wenn es nicht unbedingt mein Geschmack ist, ist Dubai definitiv sehenswert. 

Du warst auch in Ländern, die als „Ozeanien“ zusammengefasst werden. Was waren deine schönsten Erinnerungen in Westaustralien, Neuseeland und Hawaii?

Darüber könnte ich wahrscheinlich fast ein ganzes Buch schreiben. In Westaustralien war es die unendliche, unberührte Natur und das Gefühl, ein richtiges Abenteuer zu erleben. Wir sind dort mit unserem Geländewagen Strände entlanggefahren und haben viele wilde Tiere gesehen, zum Beispiel auch Buckelwale.

Neuseeland besteht, was die Landschaft angeht, eigentlich nur aus Highlights. Den Abel-Tasman-Nationalpark oder den Milford Sound sollte man nicht verpassen, wenn man mal da ist. Was mir dort aber besonders gut gefallen hat, waren die sehr netten und zuvorkommenden Menschen.

Auf Hawaii waren wir leider nur 2 Wochen, aber das Coolste war ein Rundflug entlang der Napali Coast. Eine atemberaubende Kulisse!

Auch auf Bali hast du eine zeitlang gelebt. Was hat dir dort am besten gefallen?

Auf Bali kann man einfach perfekt entspannen. Der Verkehr ist zwar ziemlich chaotisch und an manchen Orten ist es ziemlich überfüllt, aber trotzdem herrscht dort eine lockere Atmosphäre. Auch die hinduistische Kultur hat mir gefallen und trägt mit Sicherheit zu der Stimmung bei. Auch die sehr aktive Surfer-Szene fand ich toll.

Was rätst du Menschen, die selbst eine Weltreise machen möchten?

Einfach mutig und optimistisch sein. Und vor allem auch bleiben. Meiner Erfahrung nach entstehen die schönsten Momente immer, wenn man sich auf etwas Unbekanntes einlässt. Außerdem würde ich dazu raten, die Reise selbst zu organisieren und nicht über eine Agentur planen zu lassen. Am besten erstmal nur ein One-Way-Ticket buchen und sich dann treiben lassen.

Was denkst du, wie relevant das Arbeiten von unterwegs in Zukunft sein wird?

Eine gute Frage. Ich denke, es wird in Zukunft viele verschiedene Arbeitsmodelle geben, die auf Flexibilität ausgelegt sind. Aktuell hört man ja immer mehr von Hybrid-Modellen oder Workations. Ich glaube in Zukunft spielt dann das Arbeitsmodell gar keine Rolle mehr, da die Produktivität nicht davon abhängt. Eher im Gegenteil: Jede*r sollte einfach so arbeiten dürfen, wie man sich am wohlsten fühlt.

Welches Land würdest du gern einmal oder nochmal bereisen und warum?

Ganz oben auf meiner Liste stehen die Westküste Kanadas und die Ostküste Australiens. Meine Freundin und ich sind schon in den ersten Vorplanungen und wollen das in ein paar Jahren in Angriff nehmen. Wir mögen einfach beide den Pazifik und Road-Trips. Irgendwann möchte ich aber auch nochmal nach Südamerika, zum Beispiel nach Argentinien, weil es etwas ganz anderes ist. Wenn ich ein Land nochmal bereisen würde, dann Neuseeland. Ich kann mir auch vorstellen, dort mal eine zeitlang zu leben.

Vielen Dank für das Interview, Tim!

Tim Schlüter

studiert Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule und ist Werkstudent bei shopware AG. Er hat vor einigen Jahren eine Weltreise gemacht, die die Lust aufs Reisen in ihm geweckt hat.

Su Reiter

arbeitet ortsunabhängig als Marketing Director in einer Online Rechtsberatung und führt auf diesem Blog die Interviews mit digitalen Nomaden. Sie hat die erste Austauschgruppe für digitale Nomaden im deutschsprachigen Raum auf LinkedIn ins Leben gerufen.

Werde Teil unserer LinkedIn Community für Digitale Nomaden

Tausche dich mit Workation-Liebhabern und digitalen Nomaden über Reiseziele und Coworking Spaces aus und lass dich von ihren Reisegeschichten begeistern.